Schwiegermutter: eine besondere Beziehung

Familienregeln: Schwiegermütter

Die Beziehung zu unseren Schwiegermüttern kann jede Menge Konfliktpotenzial bergen. Mit gegenseitigem Verständnis und Respekt lässt sich aber ein gutes Verhältnis aufbauen. Wie das funktionieren kann und wann Grenzen nötig sind, damit Probleme gar nicht erst auftreten – verraten wir dir in unserem Beitrag!

Das Klischee der „bösen Schwiegermutter“

48 Prozent aller Frauen haben laut Umfrage Probleme mit der Mutter ihres Partners. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das vom Aussterben bedroht ist: Probleme gibt es in allen Generationen. Ein „nur schwieriges“ Verhältnis kann auf Dauer zu ernsten Problemen führen. Denn keiner kommt in der neuen Familienkonstellation an, es gibt ständig Konflikte und die Kindererziehung wird auch noch zum Machtkampf. Und wenn sich auch noch der Mann sich nicht eindeutig auf die Seite seiner Partnerin stellt, können Beziehungprobleme/Eheprobleme entstehen und im schlimmsten Fall folgt die Trennung.

Warum ist das Verhältnis zur Schwiegermutter meistens so schwierig?

Der Kern dieses Beziehungsproblems kann aus psychologischer Sicht in der Konkurrenzsituation gesehen werden, in der sich die Frauen unbewusst zueinander befinden: Beide lieben denselben Mann. Der Mutter fällt es schwer, ihren Sohn loszulassen aus Angst, dass sich das Verhältnis zum Sohn verändert. Die Schwiegertochter wiederum möchte mit ihrem Partner eine eigene Familie gründen und empfindet es schnell als Angriff auf diese Einheit, wenn die Schwiegermutter sich zu stark einbringt.

Wie entstehen Konflikte zwischen der Schwiegermutter und Schwiegertochter?

Der Hauptgrund: Statt zu reden, wird interpretiert. Ratschläge werden als Kritik und Einmischung gesehen und nicht angenommene Tipps als Entwertung empfunden. Die Negativspirale setzt sich in Gang und Streit bricht aus, was für alle Beteiligten Stress bedeutet. Egal wie gut oder schlecht das Verhältnis ist – die Position des Sohnes bzw. Mannes muss immer klar sein. Stellt er sich loyal vor seine Frau, erstickt er damit den Zwist. Kann er keine Position beziehen, verschärft das hingegen den Konflikt. Die Mutter könnte sich durch sein Schweigen bekräftigt fühlen, weiterzumachen, während sich seine Frau alleine gelassen fühlt.

Wie können entstandene Konflikte gelöst werden?

Ein allgemeingültiges Geheimrezept für eine gesunde Beziehung zur Schwiegermutter gibt es leider nicht. Die Grundregel, um Missverständnissen und Zerwürfnissen vorzubeugen ist eine offene und wertschätzende Umgangsform: sich klar äußern, sich nicht zurückziehen, nicht beim Negativkommentieren mitspielen, nicht leicht beleidigt sein.

Kleiner Rat an die Schwiegertochter

Gehe offen in die neue Beziehung zur Schwiegermutter, zeige Interesse an ihr und an dem Schwiegervater. Zeige deiner Schwiegermutter: „Ich bin jetzt zwar an der Seite deines Sohnes. Aber du hast noch immer deinen Raum bei deinem Sohn.“ Wenn deine Schwiegermutter aber eindeutig auf Kosten eurer Beziehung oder deiner Gesundheit handelt, musst du nicht um jeden Preis alles hinnehmen. Mache deine Grenzen deutlich.

Kleiner Rat an die Schwiegermutter

Heute ist eine andere Zeit – die Werte und Wünsche von Frauen und Männern haben sich ebenso verändert wie die Kindererziehung. Deshalb stehen ungefragte Ratschläge ganz oben im Ranking der No-Gos. Stattdessen etwas mehr Gelassenheit und Empathie zeigen. Deine Schwiegertochter freut sich garantiert, wenn sie respektvolle Unterstützung bei der Kinderbetreuung bekommt, statt übergriffige Einforderung der Mitspracherechte. Du warst auch einmal eine Schwiegertochter – erinnere dich doch einmal daran, wie das für dich war.

Rat an den Sohn/Partner

Du hast es in der Hand, wie schwer die eigene Mutter deiner Partnerin das Leben schwer machen kann. Das heißt, dass du dich eindeutig zu einer Seite bekennen musst. Und das sollte deine Frau/Partnerin sein, für die du dich als erwachsener Mann entschieden hast. Bilde eine Einheit und halte dich konsequent an gemeinsam aufgestellte Regeln.

Toleranz, Gelassenheit und Wertschätzung sind ein bewährtes Mittel, um einen entspannten Umgang miteinander zu pflegen. Alle Parteien sollten versuchen, zu akzeptieren, dass Menschen anders erzogen sind, unterschiedliche Erfahrungen im Leben gemacht haben und somit anders handeln, als man es selber tun würde.

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